Fünf Gesamtsieger zum Saisonauftakt

Bereits am 7. März war die Winterpause für den Norddeutschen ADAC Börde Tourenwagen Cup (NATC) offiziell beendet und der erste Saisonlauf stand in der Magdeburger Börde auf dem Programm. Gut gefüllte Starterfelder und Fahrzeuge unterschiedlichster Hersteller sorgten für spannende und sehenswerte Rennen. Auch beim Thema Gesamtsieger war Abwechslung geboten:  In den insgesamt fünf Wertungsläufen setzten sich fünf verschiedene Fahrer durch.

 
Keserovic holt sich Gesamtsieg im ersten Sprintrennen der Saison

Das Starterfeld der Sprintrennen war mit 23 Teilnehmern sehr gut besetzt. Neben Lamborghini, Porsche und BMW waren insgesamt zehn Hersteller in der Startaufstellung vertreten. Schnellster in der Qualifikation für das erste Rennen war Arkin Aka mit einer Zeit von 1:29.075 Minuten. Dieser musste jedoch aus der letzten Position starten da er seinen Audi R8 nicht im vorgegebenen Zeitraum in der Startaufstellung platzieren konnte. Somit setzte sich zunächst sein Teamkollege Nico Schöll im Porsche 911 an die Spitze. Nachdem es ihm fünf Runden lang gelang die Angriffe von Emir Keserovic abzuwehren, musste er sich letztendlich doch dessen Lamborghini Huracan GT3 geschlagen geben. Während Keserovic damit nun ungehindert seinem ersten Saisonsieg entgegen fu war für Schöll Gesamtrang zwei noch lange nicht sicher. Nur drei Runden später tauchte der nächste Kandidat in seinem Rückspiegel auf der „nur“ mal eben schnell vorbei wollte. Teamkollege Aka hatte sich in der Zwischenzeit durch das Feld nach vorn gekämpft und zog nun auch am Porsche von Schöll vorbei. Aka belegte damit Gesamtplatz zwei während Schöll seinen dritten Rang bis ins Ziel verteidigen konnte.

In der dritten Runde sorgte ein Ausritt von Mathias Gaiser ausgangs des Triple für einige Unruhe im Feld. Erdreich und Kies lagen ungünstig auf der Anbremszone verteilt und sorgte bei einigen Fahrern für Schrecksekunden. In der Form, dass beim Bremsversuch plötzlich der Grip fehlte und ihr Fahrzeug ins Kiesbett zu rutschen drohte. Was glücklicherweise nicht passierte und in der nächsten Runde wusste dann eh jeder Bescheid das dieser Streckenabschnitt besser nicht mit der üblichen Geschwindigkeit angesteuert werden sollte.

Klassensieger in den beiden mit vier Teilnehmern am stärksten vertretenen Divisionen wurden zum einen Hans-Heinrich Ernst im Opel Manta in der Division B der Klasse 22 (über 1600 ccm bis 2000 ccm) und zum anderen Andreas Hunold im Renault Clio Cup 3 RS in der Division D der Klasse 43 (über 1750 ccm bis 2000 ccm). Das Reglement für die Cupwertung besagt: Je stärker eine Division besetzt ist, desto mehr Meisterschaftspunkte werden dem jeweiligen Klassensieger zugesprochen. Damit durften sich die beiden neben dem Pokal auch über satte 875 Zähler freuen.

Nach Fahrzeugtausch zum Gesamtsieg - Schöll gewinnt zweites Sprintrennen

Für das zweite Rennen in der Sprintwertung tauschte Nico Schöll sein Einsatzfahrzeug vom Porsche 911 hin zum Audi R8. Das Ergebnis: Mit 1:28.116 Minuten erzielte er die Bestzeit im Qualifying. Von der Poleposition gestartet, fuhr er im Audi einen Vorsprung von 48.548 Sekunden heraus und beendete das Rennen mit einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg. Sein Teamkollege Alex Aka, der für das zweite Rennen im frei gewordenen Porsche Platz genommen hatte, belegte den zweiten Gesamtrang. Dahinter überquerte Emir Keserovic im Lamborghini Huracan GT3 als Dritter die Ziellinie.

Sieger in der, mit vier Fahrzeugen am bestbesetzten Division D der Klasse 43 (über 1750 ccm bis 2000 ccm) wurde Nikolas Hunold im Renault Clio Cup 3 RS. Er ist somit der dritte Fahrer der mit 875 Zählern an diesem Tag am optimalsten in den Sprintrennen punkten konnte.

Lechmann gewinnt ersten 120-Minuten-Lauf des NATC Endurance

Fahrzeuge von sieben verschiedenen Herstellern tummelten sich im ersten Zwei-Stunden-Lauf des NATC Endurance. Im Vorjahr waren die Rennen lediglich 90 Minuten lang. Das bedeutet für die Saison 2020: Mehr Fahrzeit und -spaß für die Piloten aber auch die Möglichkeit, drei Fahrer je Fahrzeug einzusetzen, um bei Bedarf die Kosten je Teilnehmer zu minimieren. Ebenso ist es möglich, den Endurance Lauf auch völlig allein zu bestreiten. Um die vom Reglement geforderten Boxenstopps und Standzeiten kommt man als Einzelkämpfer allerdings trotzdem nicht herum. Einen Vorteil gibt es aber: Denn die eingefahrenen Punkte werden mit dem Faktor 1,1 multipliziert.

Martin Lechman und Emir Keserovic absolvierten an der Spitze des Feldes die  68 Runden auf dem 3,667 km langen Kurs ganz alleine. Beide Piloten waren in einem Lamborghini Huracan GT3 unterwegs, wobei Lechman am Ende den Gesamtsieg, mit knapp einer Minute Vorsprung, zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Rang drei ging an das Fahrer-Duo Fulsche & Kohmann die sich einen Seat TCR teilten.

Eigentliche Sieger des Rennens war jedoch das Vater/Sohn Gespann Karsten und Werner Uetrecht. Sie holten sich in der mit fünf Fahrzeugen am stärksten vertretenen Division B der Klasse 22 (über 1600 ccm bis 2000 ccm) den Klassensieg. Dieser war 900 Punkte wert und bedeutete für die beiden Renault Clio Cup 3 Piloten: Vorläufiger ersten Tabellenplatz in der NATC Gesamtwertung.

NATC Youngster Siege für Gruhn und Alpert

Der NATC Youngster Cup bietet Nachwuchspiloten die Möglichkeit sich mit vier Renneneinsätzen die Nationale A-Lizenz zu erfahren und somit den Grundstein für den Einstieg in den nationalen Automobilsport zu legen. Viele konnten bereits Erfahrung im Kartsport oder im Automobil-Slalom sammeln, doch so ein Einsatz auf einer Rennstrecke ist dann trotzdem nochmal eine Steigerung.

Aufregend und ein bisschen wild geht es dementsprechend zu, wenn sich die jungen Fahrer im direkten Zweikampf das erste Mal mit ihren Kontrahenten messen. Doch schnell hat man sich zu Zweiergrüppchen zusammengefunden und kämpft fortan um die bessere Position oder versucht diese zu verteidigen.

Am besten mit der Strecke und den Bedingungen kam im ersten Rennen Max Frederick Gruhn im BMW 318ti zurecht. Vier Sekunden hinter dem Sieger überquerte der etwas lädiert ausschauende BMW E36 318ti mit Max Rosam am Steuer als Gesamtzweiter die Ziellinie. Mit Dominik Gruhn folgte ein weiterer BMW-Fahrer auf Rang drei. Erfolgreichster Pilot in einem Dacia Logan wurde der Vorjahresvizemeister des NATC Youngster Cup Lukas Platen.

Luca Alpert konnte im letzten Jahr auch einen Titel holen, den des NATC Vizemeisters. Doch begonnen hatte er die Saison 2019 im Youngster Cup. Später wechselte er zum Endurance Cup und nun meldet er sich wieder zurück bei den Youngstern. Im ersten Rennen kämpfte er anfangs um den Sieg doch bis ins Ziel reichte der Atem seines schwarzen BMW 318ti Cup leider nicht. Das zweite Youngster-Rennen verlief weitaus besser. Im zweiten Einsatzfahrzeug seines Teams, diesmal ein gelber BMW 318ti Cup, holte er sich den Gesamtsieg. Platz zwei ging erneut an Max Rosam und Lukas Platen stellte als Drittplatzierter unter Beweis, dass man auch in einem Dacia Logan drei BMW hinter sich lassen kann.

Die weiteren Termine in der Saison:

11.04.2020 – 2. Veranstaltung NATC und NATC Youngster Cup (unter Vorbehalt)

12.-13.06.2020 – 3. Veranstaltung NATC (nur Sprint)

27.-28.06.2020 – 4. Veranstaltung NATC (nur Sprint) 

11.10.2020 – 5. Veranstaltung NATC 

01.11.2020 – 6. Veranstaltung NATC und 3. Veranstaltung NATC Youngster Cup

13./14.11.2020 – 7./ 8. Veranstaltung NATC und 4. Veranstaltung NATC Youngster Cup

13./14.11. Oschersleben (Rennen 7 + 8)